Mir geht immer noch die Tatort-Folge von letztem Sonntag nach. Auf ziemlich drastische Weise wurden die Arbeitsbedingungen in der fiktiven Discount-Kette „billy“ gezeigt, die Parallelen zu real existierenden Anbietern liegen aber nahe. Und die anschließende Sendung von Anne Will bestätigte noch zusätzlich, dass derartige Zustände tatsächlich existieren. Aktuell stehen die Discounter auch wg. der Arbeitsbedingungen bei ihren Zulieferern in China in der Kritik.
Wie die Geschäftsführer und Gebietsleiter ihre Mitarbeiter im Markt unter Druck setzen, zeigt ein Satz wie dieser:
„Du darfst dein Glück auch bei Aldi, Lidl, Netto, Penny oder Hartz IV versuchen.“
Arbeitnehmer, die z.B. einen Betriebsrat fordern, werden mit Vorwand, z.B. Geldentwendung aus der Pfandkasse, entlassen oder eben mit fungierten Testkäufen zu Fehlern provoziert, was im Endeffekt zu den entscheidenden drei Abmahnungen führt.
Eigentlich sollte das uns als Kunden doch abschrecken, dass die Mitarbeiter so behandelt werden. Als ich den Film gesehen habe, ging mir der Gedanke eines Boykotts auch des Öfteren durch den Kopf. Aber wem wäre damit geholfen? Selbst wenn ein Boykott wirklich erfolgreich sein sollte, müssten Märkte schließen und die Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit. Vielleicht sollten wir als Kunden uns einfach von der „Geiz ist geil“-Mentalität verabschieden. Denn als Konsumenten muss uns klar sein, dass hinter dem billigen Preis auch billige Arbeitsbedingungen stehen. Ich bin daher gerne bereit, einen etwas höheren Preis zu zahlen, um Produkte guter Qualität von zufriedenen Markt-Mitarbeitern zu kaufen.
Passend dazu: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/387/457049/text/